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Rassekatzen. Ein teurer Spaß

Warum haben Rassekatzen solch hohe Preise?

Nicht reinrassige und reinrassige Katzen sind gleichermaßen ausgezeichnete Begleiter. Tatsächlich fallen etwa 98 Prozent der Katzen außerhalb der reinrassigen Population. Obwohl sie oft als Mischlinge bezeichnet werden, ist dieser Begriff irreführend, da die meisten von ihnen in ihren Stammbäumen überhaupt keine reinrassigen Katzen haben. 

Trotzdem ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, dass Menschen sich eine als „Mischling“ bezeichnete Katze zulegen. Allerdings muss man sich in diesem Fall darüber im Klaren sein, dass man sich u. U. ein „Überraschungspaket“ ins Haus holt. Soll heißen: Der Käufer geht mit einer Nicht-Rassekatze ein gewisses Risiko ein – sie könnte größer oder kleiner werden als erwartet, eine andere Felllänge oder Persönlichkeit haben, als der Verkäufer es verspricht. In der Regel gibt es keine Informationen über Mutter und Vater sowie eventuelle Vorerkrankungen. So sind Größe und Körperbau, Felllänge, Persönlichkeit und andere Eigenschaften unbekannt, bis das Kätzchen heranreift. Auch die Farbe kann sich in manchen Fällen noch ändern!

Eine Alternative, bei der der Käufer in der Regel genau weiß, was auf ihn zukommt, ist die Rassekatze. Doch waren sind Rassekatzen so teuer?

Viele Leute denken, dass die Katzenzucht ein profitables Geschäft sein muss, aufgrund der teils sehr hohen Kosten für Rassekatzen. Für die Mehrheit der Katzenzüchter ist das jedoch einfach nicht wahr. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Kosten, welche einem Katzenzüchter für die Zucht einer reinrassigen Katze entstehen.

Anschaffung einer Katze mit Zuchtrecht

Zunächst ist es notwendig, eine Katze mit Zuchtrecht zu kaufen. Sie muss Show- und Zuchtqualität haben, was bedeutet, dass sie ein hervorragendes Beispiel für ihre Rasse ist. Der Züchter, der diese Rassekatze hervorgebracht hat, könnte sie natürlich auch für sich selbst in seinem eigenen Zuchtprogramm nutzen. Daher wird sie in der Regel zu einem hohen Preis verkauft.

Der Genpool für viele Rassen ist nicht so groß wie die breite Bevölkerung glaubt. Züchter müssen die Linien sorgfältig auswählen, um sicherzustellen, dass sie nicht in die Inzucht geraten. Häufig bedeutet dies, dass Linien aus Übersee importiert werden müssen. So zahlt der Züchter nicht nur einen hohen Preis für die Katze selbst, es entstehen auch zusätzliche Kosten für Impfungen und Veterinärkontrollen, Flüge und Quarantäne.

Unterbringung eines Deckkaters

Die Kosten steigen, wenn Sie planen, einen eigenen Deckkater zu halten. Es ist notwendig, ihn separat unterzubringen, um ungeplante Würfe zu vermeiden. Die meisten Züchter richten ein Katzenhaus ein, das groß genug ist, um den kompletten Bestand unterzubringen, mit separaten Räumen für den Deckakt sowie für Katzenbesuch. Das Katzenhaus muss sicher, gut belüftet, vor Witterungseinflüssen geschützt, leicht zu reinigen und groß genug sein.

Falls kein eigener Deckkater gehalten wird, muss ein solcher organisiert werden. Je nach Rasse können dafür Deckgebühren zwischen mehreren hundert und mehreren tausend Euro anfallen.

Gesundheits- und Gentests

Bestimmte Katzenrassen haben eine höhere Inzidenz von Erbkrankheiten wie hypertrophe Kardiomyopathie und polyzystische Nierenerkrankungen, welche die Züchter bei ihren Zuchtkatzen ausschließen müssen. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, dies zu erreichen, z. B. Gentests oder Screenings für bestimmte Krankheiten wie Hüftdysplasie und Taubheit. Natürlich fallen dafür teils hohe Kosten an.

Kosten für Verbände & Vereine

Ein registrierter Züchter sollte einem oder mehreren Verbänden und/oder angeschlossen sein. Jährliche Gebühren, um registriert zu bleiben, sowie Gebühren für die Registrierung von Würfen sind hier erforderlich.

Ausstellen der Katzen

Das Ausstellen von Katzen auf Zuchtschauen ist ein wichtiger Bestandteil der Katzenzucht, damit die Katzen anhand des Rassenstandards beurteilt werden können. Jede Show kostet Geld für die Teilnahme. Zusätzlich zu den Ausstellungsgebühren bezahlt der Züchter auch die Kosten für Transport, Verpflegung und Unterkunft.

Tierärztliche Betreuung

Alle Katzen benötigen tierärztliche Betreuung, mindestens einen jährlichen Gesundheitscheck sowie eine regelmäßige Parasitenbekämpfung gegen Flöhe und Würmer. Nicht zu vergessen sind die notwendigen Impfungen.

Die Zuchtkatze braucht einen dokumentiert sauberen Gesundheitszustand, bevor sie sich mit einem Deckkater paaren kann. Die Schwangerschaft kann von einem Tierarzt bestätigt werden, nach dem Wurf ist eine erneute Gesundheitsprüfung sowohl der Mutter als auch ihrer Jungen erforderlich.

Für Jungkatzen ist es mittlerweile obligatorisch, einen Mikrochip zu erhalten, bevor sie in ihr neues Zuhause gehen. Dies ist die einzige dauerhafte Form der Identifizierung, welche zum Standard geworden und auch unbedingt zu empfehlen ist.

Des Weiteren sorgt der Tierarzt für alle notwendigen Impfungen. Hier gilt: Alle Kätzchen sollten mindestens zwei Impfungen erhalten haben, bevor sie in ihr neues Zuhause gehen. Das Minimum ist die F3-Impfung, jedoch können lokale Vorschriften zusätzliche Impfungen wie Tollwut erfordern.

Nahrung

Alle Katzen, insbesondere aber Zuchtkatzen und ihr Nachwuchs, benötigen eine hochwertige Ernährung, um die bestmögliche Gesundheit zu erhalten.

Im Laufe einer Schwangerschaft muss die Katze mehr Nahrung zu sich nehmen, was zu höheren Futterkosten führt. Der Nachwuchs erhält ab einem Alter von vier Wochen Festfutter, die Menge der aufgenommenen Nahrung wird dann kontinuierlich zunehmen. Eine erwachsene Katze frisst viermal am Tag.

Zeit

Die Katzenzucht nimmt viel Zeit in Anspruch, zum Beispiel für:

  1. Reinigung von Katzenklo und Böden
  2. Füttern und Pflegen der Katzen
  3. Sozialisieren des Nachwuchses
  4. Zeit zum Spielen
  5. Beantworten von Anfragen per Telefon oder E-Mail
  6. Aktualisierung der Website oder der sozialen Medien
  7. Vorbereitung,  An- und Abreise und Zeit auf Katzenausstellungen
  8. Zeit für Tierarztbesuche (Impfungen, Gesundheitskontrollen etc.)

Gesundheitsgarantien für die Käufer

Viele Züchter geben eine 30-tägige Gesundheitsgarantie auf verkaufte Jungkatzen. Die Züchter tun alles, was sie können, um den Nachwuchs gesund zu halten. Manchmal gehen jedoch Dinge schief. In diesem Fall zahlt der Züchter zahlt die nachträglichen tierärztlichen Kosten oder ersetzt im schlimmsten Fall ein verstorbenes Kätzchen.

Starterpaket

Die meisten Züchter werden ihre Jungkatzen mit einem sogenannten Starterpaket in ihr neues Zuhause schicken. Dieses enthält erste Anweisungen zum neuen Mitbewohner, etwas vom Futter, das das Kätzchen bisher gefressen hat und die Stammbaumpapiere.

Zusätzlich enthalten sein können:

  1. Proben von verschiedenen weiteren Futtersorten
  2. Katzenspielzeug
  3. Eine 30 Tage Krankenversicherung

Fazit: Die Kosten für eine Katzenzucht setzen sich aus vielen Komponenten zusammen und rechtfertigen die hohen Preise!

Das Ziel einer seriösen Katzenzucht ist es nicht, immer mehr Nachwuchs zu produzieren, sondern den Erhalt der jeweiligen Rasse zu fördern – um damit die bestmöglichen Nachkommen zu erhalten und die Linien zu erweitern. Das kostet Zeit und Geld. Und genau darüber sollte sich der Käufer einer Rassekatze bewusst sein.